Glücksthal bei Neuhaus am Rennweg (am Rennsteig)

Die Gegend um Lauscha ist noch heute sehr für seine Glasmanufaktur und insbesondere für den Weihnachtsschmuck bekannt. Erwähnen sollte man in diesem Zusammenhang auch, dass Lauschaer Glasbläser im Jahr 2016 für Queen Elizabeth II insgesamt 2000 mundgeblasene Weihnachtsbaumkugeln anlässlich ihres 90. Geburtstages herstellten. Die Idee dazu hatte Hubertus, der jetzige Erbprinz aus dem Hause Sachsen Coburg Gotha. Coburg ist nur 40 Kilometer von Lauscha entfernt.

Glücksthal & Bernhardsthal erwähne ich hier, weil sich dort eine ähnliche Geschichte wie auf dem Einödhof Hinterkaifeck zugezogen hatte. Beide Ortschaften befinden etwa 2 km südlich von Neuhaus am Rennweg, welches etwa 4 km von Lauscha entfernt ist. Neuhaus am Rennweg hat mit 830 m ü. NN den höchstgelegenen Bahnhof im Thüringen. Der berühmte Thüringer Rennsteig führt mitten durch Neuhaus am Rennweg. Da Neuhaus am Rennweg höher als Lauscha liegt, kann es durchaus größere Wetterunterschiede zwischen beiden Städten geben, auch wenn da nur 3 km dazwischen liegen.

Die Geschichte von Glücksthal begann im Jahr 1736 als Familie Greiner, welche u.a. auch an der Gründung von Lauscha beteiligt war, ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldgrundstück zugeteilt bekam, wo sie Glas schmelzen wollte. Das Brennholz wurde aus den umliegenden Wäldern beschafft. Sehr starke Konkurrenz und ein Einbruch, wo 900 Gulden gestohlen wurden, sorgten letztendlich 1838 für den Niedergang von Glücksthal und später 1860/61 dann auch von Bernhardsthal. Bernhardsthal war und ist nur 500 m von Glücksthal entfernt.

Am 27.02.1844 morgens ereignete sich in Bernhardsthal die sogenannte „Adamsschlacht“, bei der ein Adam Büttner, ein Arbeiter der Glashütte, seine ganze Familie mit 4 unmündigen Kindern mit einem Beil erschlug und sich danach selbst tötete. Der eigentliche Hintergrund für diesen Mehrfachmord wurde bis heute nicht aufgeklärt.

In Glücksthal befindet sich ein Waldfriedhof, auf dem die Familie Greiner bestattet ist. Dort befinden sich auch Gräber von vier Kindern, deren Gräber keinen Namen tragen.

Update vom 04.10.2020: Entgegen einigen neueren Gerüchten wurde Glücksthal und seine Holzhütte Ende 2019 bis Anfang 2020 nicht zerstört. Dort wurde auch nicht randaliert. Im Oktober 2020 sah es dort noch genauso aus wie die Jahre zuvor, bis auf einige neuere Umgrabungsarbeiten um Glücksthal herum, wo mehrere Bäume gefällt wurden.

Mehr Informationen hier: https://www.neuhaus-am-rennweg.de/seite/292349/gl%C3%BCcksthal-bei-neuhaus.html?browser=1

Und hier: https://www.rennsteig-rueger.de/index.php/wissenswertes-zum-rennsteig?start=6